Bild: Ayurvedakräuter

Ayurveda ist das Wissen vom Leben, eine jahrtausende alte Medizin und Heilkunst. Er ist der älteste uns überlieferte Wissensschatz über die Natur des Menschen. Ayurveda lehrt uns, wie wir gesund, glücklich, erfüllt, in Liebe und Harmonie leben können. Die ayurvedische Heilkunst hat ihre Wurzeln in der vedischen Kultur und Weisheit, die sich besonders mit spirituellen, elementaren Fragen beschäftigt wie Woher komme ich?, Wohin gehe ich?, Was ist der Sinn des Lebens? Dabei betrachtet Ayurveda den Menschen als Einheit von Körper, Geist und Seele, der in eine höhere Ordnung eingebunden ist.

Der wesentliche Grundsatz des Ayurveda ist der des Gleichgewichts. Durch die Beschäftigung mit den Prinzipien in der Natur, die wir natürlich auch im menschlichen Organismus wiederfinden, erkennen wir, welche Maßnahmen wir in der jeweiligen Situation ergreifen können, um wieder in unser individuelles Gleichgewicht zu kommen. Dabei orientieren wir uns an der gegensätzlichen Wirkung. Wenn uns also heiß ist, brauchen wir Kühlendes, jemand der ausgezehrt ist braucht Nährendes und Stärkendes, bei Schwere und Antriebslosigkeit benötigen wir (Stoffwechsel-)Anregendes.

Ayurveda ist eine sehr umfassende Heilkunst. Sie beinhaltet Kräuterheilkunde, Ernährungslehre, Meditation und Yoga, Philosophie, Edelstein- und Klangtherapie, Vastu (gesunde Architektur) und Beratung zur Lebensführung.
Die acht medizinischen Fachrichtungen sind: Innere Medizin, Chirurgie, Hals-Nasen-Ohren-Augen-Heilkunde, Kinder- und Frauenheilkunde, Psychiatrie, Toxikologie (Ausleitungsverfahren), die Wissenschaft von der Verjüngung und Altersheilkunde (Rasayana) sowie die Sexual- und Fruchtbarkeitstherapie (Vajikarana).

Gemäß Ayurveda besteht alles, und damit auch unser Körper - aus den fünf Elementen (Mahabhutas) Luft, Erde, Wasser, Feuer und Äther. Sie bilden in unserem Organismus drei verschiedene Arten von Grundenergien (Doshas): Vata, Pitta und Kapha. Jede dieser Grundenergien beschreibt Prinzipien, wie wir sie überall in der Natur vorfinden: in unserem Körper, im Verlauf der Jahreszeiten, im Tagesrhythmus, im natürlichen Verlauf unseres Lebens.

Nach ayurvedischer Auffassung verfügt jeder Mensch über seine ganz eigene Zusammensetzung und Ausprägung der drei Doshas, aus der seine individuelle Konstitution und Persönlichkeit, seine körperliche Erscheinung, sein Verhalten und seine Anfälligkeit für bestimmte Krankheiten hervorgehen. Befindet sich das ursprüngliche Dosha-Gefüge im harmonischen Gleichgewicht und Normalzustand, ist der Mensch gesund, widerstandsfähig und glücklich. Sind die Doshas jedoch aus dem Gleichgewicht bzw. erhöht, so ist dies der Auslöser von körperlichen und seelischen Beschwerden aller Art.

VATA besteht aus den Elementen Luft und Äther/Raum. Vata reguliert den Herzschlag und die Nervenimpulse, die Blutzirkulation, die Bewegung von Darm und Atmung, die Ausscheidung und unsere Gefühle. Vata-Menschen haben einen leichten Knochenbau und ein geringes Gewicht. Sie nehmen schwer zu und haben einen unregelmäßigen Appetit. Sie sind lärmempfindlich und reagieren stark auf Klänge. Da Vata-Menschen leicht frieren, fühlen sie sich in der Hitze wohl und essen und trinken gerne Heißes. Sie sind flexibel, begeisterungsfähig, fantasievoll und gesprächig.

Vata-Erhöhung: Wenn das Vata im Organismus sehr hoch ist, sind besonders das Nervensystem und der Bewegungsapparat betroffen. Dies kann sich in Sorgen, Ängsten und Schlaflosigkeit bemerkbar machen, oder in der Neigung zu Gelenkbeschwerden und -steifigkeit, Schmerzen und verhärteter Muskulatur. Oft neigen Vata-Menschen zu trockener Haut, spröden Haaren und brüchigen Fingernägeln, zu Verstopfung, Blähungen und schlechter Aufnahme der Nährstoffe in Darm und Körperzellen. Außerdem kann es zu Kreislaufstörungen und Schwindel kommen. Typische Leiden sind Erschöpfungszustände sowie kalte Hände und Füße. In Stress-Situationen besteht die Tendenz, sich nicht genügend auszuruhen, was weitere Vata-Störungen nach sich zieht. Selbst Menschen, die nur einen geringen Vata-Anteil in ihrer Grundkonstitution haben, weisen heutzutage häufig Vata-Störungen auf, da unser normaler Alltag sehr von Unruhe, Zeitmangel und Reizüberflutung geprägt ist.

Empfehlungen für Vata:

  • Tagesrhythmus einhalten
  • öfter mal entspannen
  • Meditation und Yoga
  • viel schlafen
  • warme Nahrung
  • süße, saure und salzige Nahrung

Empfindlich gegen:

  • Wind, Kälte, Winter
  • Klimaanlagen, Trockenheit
  • Wetterwechsel, Herbst und Winter
  • unrhythmisches Leben, Stress, Hektik
  • Geräusche, Gerüche
  • trockene, kalte und sehr bittere Nahrung
  • Rohkost

PITTA besteht aus den Elementen Feuer, mit einem kleineren Anteil Wasser. Es ist das Stoffwechsel- und Umwandlungsprinzip. Pitta ist verantwortlich für die Verdauung von Nahrung und Sinnesreizen. Es wandelt den Organismus fortwährend um, indem es unsere Zellen ab- und aufbaut. Pitta reguliert die Nährstoffaufnahme im Darm, die Körperwärme und ist verantwortlich für Sehschärfe und Verstand. Menschen mit einer Pitta-Dominanz essen viel, vertragen im gesunden Zustand jede Nahrung und können zwei oder drei Stuhlentleerungen täglich haben. Müssen sie eine Mahlzeit verschieben, sind sie leicht gereizt. Ihr Körperbau ist durchschnittlich. Pitta-Menschen sind gute Redner, können sehr gut strukturieren, sind ordentlich und erfinderisch sowie ehrgeizig und ent­schei­dungs­freudig.

Pitta-Erhöhung: Ein Pitta-Typ lässt sich nicht so schnell wie der Vata-Typ aus dem Gleichgewicht bringen. Ist er jedoch aus dem Lot, wird er zum Perfektionisten. Unter Stress neigt er zu Zornesausbrüchen, Ungeduld und Gereiztheit. Hautausschläge, empfindliche, gerötete und unreine Haut, sowie die Neigung zu Entzündungen, sind Anzeichen des gestörten Pitta. Weitere Anzeichen von Hitze im Organismus sind Krampfadern/Hämorrhoiden, Nahrungs­mittel­unver­träglichkeiten und Allergien, sowie Migräne und starke, oft einseitige Kopfschmerzen.

Empfehlungen für Pitta:

  • kühle, frische Atmosphäre
  • Schwimmen, körperliche Anstrengung
  • Meditation und Yoga
  • süße, bittere und herbe Nahrung
  • Abschalten vom Berufsalltag
  • zimmerwarme Getränke (nicht heiß)

Empfindlich gegen:

  • Hitze, Sonne, Licht, Sommer, Feuer
  • Stress
  • Auslassen einer Mahlzeit
  • Ölige, heiße, saure, scharfe, salzige Speisen

Bild zum Dosha:Kapha

KAPHA besteht aus den Elementen Erde und Wasser. Es hält die verschiedenen Körperstrukturen zusammen, gibt dem Körper Bindung, Festigkeit und Stabilität. Kapha fördert den Aufbau des Körpers, ebenso Widerstandskraft und Fruchtbarkeit. Menschen mit einer Kapha-Dominanz haben einen kräftigen Körperbau mit ausgeprägter Muskulatur. Ihr Immunsystem arbeitet gut, sie werden selten krank. Kapha-Menschen sind ausdauernd, körperliche Arbeit und Bewegung tun ihnen gut. Geduld, Seelenstärke und Sanftmut sind charakteristisch für sie. Sie sind Genießer und lieben es, mit Familie und Freunden zum Essen zusammenzukommen. Sie sind treue, beständige Freunde und legen Wert auf die Pflege von Familienbindungen.

Kapha-Erhöhung: Aus dem Gleichgewicht geratene Kapha-Menschen werden leicht übergewichtig. Häufig fühlen sie sich dumpf und antriebsarm (Morgenmuffel), werden schnell träge und depressiv. In diesem Zustand schlafen sie mehr als ihnen gut tut. Ein hoher Cholesterinspiegel, Wassereinlagerungen im Gewebe, Übelkeit und Völlegefühl, aber auch Schnupfen und schleimiger Auswurf, bis hin zum Asthma, sind typische Anzeichen einer Kapha-Vermehrung im Organismus. Trägheit und Dumpfheit können durch tägliche Aktivität und Bewegung, die innere Kälte durch äußere Wärme, aber auch durch maßvolles warmes Essen und heiße Getränke ausgeglichen werden. Intervallfasten ist die optimale Möglichkeit für Kapha-Menschen, ihr Gewicht in einem guten Maß zu halten und den Stoffwechsel zu entlasten.

Empfehlungen für Kapha:

  • Sport, regelmäßige Bewegung
  • warme, leichte Nahrung, 2 Mahlzeiten pro Tag
  • scharfe, bittere und herbe Nahrunga
  • keine Zwischenmahlzeiten
  • nicht zu lange und nicht tagsüber schlafen

Empfindlich gegen:

  • Feuchtigkeit
  • feuchte Kälte
  • feuchte, schwere und süße Nahrung
  • Nebel, Winter und Frühling

JULIA GEISLER

Julia Geisler - Portrait

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Heil­praktike­rin mit dem Schwer­punkt Ayur­veda-Medizin und Se­mi­nar­leiterin. 2001 Grün­dung des Ayur­veda-Be­reichs im Bio­hotel Guts­haus Stells­hagen. Seit­dem leitet sie Ayurve­dische Kuren, Se­mi­nare für Frauen und Paare, und gibt Kon­sul­tati­on­en zu Er­näh­rung und Kräu­ter­heil­kunde.

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